Quantenphysik — hundeleicht erklärt!

Angefangen hat alles mit unserem Kühlschrank — oder besser gesagt, mit der Spiegelverkleidung am Kühlschrank. Eigentlich kenne ich den Kühlschrank ja schon seit ich zu Frauchen und Herrchen kam, er ist nämlich noch älter wie ich. Aber bis neulich dachte ich immer, der Kühlschrank sei nur so etwas wie eine überdimensional große Futterkiste. Zugegeben, manchmal macht der Kühlschrank auch ganz komische Geräusche. Frauchen sagt dann immer, dass der Kühlschrank gerade mal wieder ein Ei ausbrütet. Frauchen findet die Geräusche auch total inspirierend, wenn sie manchmal mit dem Laptop in der Küche sitzt, statt in ihrem Büro am PC. Tapetenwechsel nennt sie das. Und wenn sie in der Küche arbeitet, dann nimmt sie dem Kühlschrank auch schon mal seine Eiswürfel weg. Die sehen in der Tat aus wie durchsichtige Wachteleier und wenn der Kühlschrank dann anfängt, neue Eiswürfel zu produzieren, brummelt er dabei die ganze Zeit leise vor sich her — bis es irgendwann Plopp macht und der Kühlschrank ein neues, tiefgefrorenes Ei gelegt hat. —Aber was erzähle ich da!

Zurück zur Quantenphysik. Mein Frauchen verschlingt ja alles, was sie darüber lesen kann. Sie interessiert sich brennend für Neutrinos, die trotz ihrer festen Materie ganze Planeten durchschlagen können, für Gravitationswellen, was immer das sein mag, für schwarze Löcher und was weiß ich. Mir war das immer alles zu hoch, außer das mit den schwarzen Löchern. Das habe ich sofort kapiert. Ein schwarzes Loch kann nämlich auch ein larvierter Bandwurm sein, oder umgekehrt, und es kann einem sogar die Haare vom Kopf fressen! Und in dem Falle, wo im schwarzen Loch auch ein Bandwurm involviert ist, nennt man das Ganze dann ein Wurmloch.  Und das ist genau das, was Herrchen und ich in unseren Bäuchen haben! So lautet jedenfalls Frauchens Diagnose, weil Herrchen und ich riesig große Mengen essen können ohne, dass es irgendwo ankommt. Es verschwindet einfach in unseren Mägen — und Tschüs! Oder anders gesagt, das was vorne reingeht kommt hinten nicht wieder in annähernd großer Menge raus und es bleibt auch nicht im Körper, in Form von Speckröllchen. Frauchen sagt auch, dass wir ihr irgendwann noch mal die Haare vom Kopf fressen.

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Das mit den schwarzen Löchern oder Wurmlöchern ist also wirklich nicht sehr schwer zu verstehen und das sollte jetzt auch jeder von euch verstanden haben. —Und was mich betrifft, so weiß ich jetzt auch, warum Shakiras Herrchen nur noch so wenige Haare hat! In seiner Familie muss auch jemand ein Wurmloch im Bauch haben und das hat schon angefangen, ihm den Kopf kahl zu essen. Ich glaube allerdings nicht, dass Haare wirklich gut schmecken. Ab und zu habe ich nämlich mal ein paar eigene im Mund und ich könnte nicht sagen, dass die nun besonders lecker wären. Und ich glaube auch nicht, dass Shakira diejenige mit dem Wurmloch ist. Shakira ist nämlich ein typisches Mädchen. Die braucht nur an Futter denken und schon hat sie ein Kilo mehr auf den Hüften. Shakira ist also der lebende Beweis dafür, dass auch Gedanken Materie erzeugen können. Shakira denkt an Käse und schwupp hat sie das Gewicht des Käses auf den Hüften. Shakira denkt an Gulasch und schwupp ist es um ihre Bikinifigur geschehen! Für jedes Materieteilchen existiert allerdings auch ein Anti-Materieteilchen. Man könnte also genauso gut sagen, Shakira zieht alle Materieteilchen an und mein Herrchen und ich hingegen nur die Anti-Materieteilchen.

Osels Suche Spiegeluniversum-1Aber Quantenphysik besteht natürlich nicht nur aus schwarzen Löchern, Wurmlöchern, Materie und Anti-Materie. Und damit während wir wieder beim Kühlschrank. Ihr müsst euch das so vorstellen. Der Kühlschrank steht bei uns nämlich genau gegenüber von der kleinen Thekennische, wo Frauchen und Herrchen frühstücken. Dabei sitze ich dann immer genau zwischen den beiden und warte darauf, dass für mich auch etwas abfällt. Hierbei beruht die Betonung im wahrsten Sinne des Wortes auf >abfallen<, von fallen. Und der lieben Gravitation sei Dank, fällt auch tatsächlich immer etwas für mich ab — meist direkt auf den Boden vor meiner Nase! Frauchen sagt zwar, dass Gravitation bloß in unserer Einbildung existiert und lediglich dazu dient, uns auf dieser dreidimensionalen Ebene zu halten — aber Frauchen sagt auch, Einbildung ist besser als gar keine Bildung und es ist auch sicher keine Einbildung, wenn der Käse auf den Boden vor meiner Nase fällt und ich ihn dann aufesse!

Osels Suche Spiegeluniversum-2Neulich jedenfalls war ich aber durch etwas abgelenkt und statt Herrchen anzusehen, wie er mir ein Stück Käse hinhielt, sah ich in Richtung Kühlschrank. Und obwohl ich meinem Herrchen dabei meinen Rücken zugewandt hatte, und ich auch wirklich keine Augen am Hinterkopf habe, konnte ich das Stück Käse plötzlich trotzdem sehen! Es war einfach faszinierend — für mich genauso wie für mein Frauchen und mein Herrchen. Da war plötzlich auch eine Hand mit dem Käse in der Spiegelverkleidung am Kühlschrank und bewegte sich hin und her. Und da plötzlich wusste ich, was ein Spiegeluniversum ist! Und noch etwas anderes wurde mir dabei klar — nämlich was es mit den verschiedenen Dimensionen auf sich hat. Jedes Mal nämlich, wenn die Hand mit dem Käse aus dem Spiegelbereich am Kühlschrank verschwand und ich um die Ecke des Kühlschranks blickte, wo die Hand dann eigentlich hätte sein müssen, war ich total verblüfft, weil die Hand mit dem Käse nicht dort war. Herrchen und Frauchen haben ganz heftig darüber gelacht und dann haben sie mich so doll gelobt, als hätte ich gleich drei Einbrecher auf einmal verjagt. So ganz verstanden habe ich das zwar nicht, aber wenn ich gelobt werde, finde ich das natürlich immer toll! Frauchen vermutet, dass meine Welt irgendwie meistens nur zweidimensional ist: hoch und breit. Wenn man aber einen Spiegel hat oder zumindest einen Kühlschrank mit Spiegel und da dann um die Ecke guckt, dann kommt noch eine dritte Dimension hinzu, die sich Tiefe nennt.

Osels Suche Spiegeluniversum-3Unser Kühlschrank ist schon eine tolle Sache. Neben all den leckeren Lebensmitteln, die Frauchen darin aufbewahrt, gibt es darin auch noch jede Menge Quarks. Auch die Quarks haben irgendetwas mit Physik zu tun, aber mich interessiert mehr ihr Geschmack. Es gibt sie in unzähligen Geschmacksrichtungen und außerdem noch Laktose frei aus Soja. Das Spiegeluniversum, das sich in unserem Kühlschrank verbirgt, fasziniert mich jedoch am meisten. Ich ertappe mich nun immer öfter dabei, wie ich in den Kühlschrank blicke. Also nicht wirklich in den Kühlschrank, so wie wenn man die Tür öffnet. Nein, nein ich blicke in den Kühlschrank durch den Spiegel und suche die Hand mit dem Käse. Und — ich bin mir zwar noch nicht ganz sicher, aber manchmal glaube ich auch, darin einen Hund zu erkennen. Einen Hund, der haargenau so aussieht wie ich! Ob der auch den Käse gefressen hat? Frauchen sagt, wenn sie mir jetzt einen roten Aufkleber auf die Stirn kleben würde und ich den Spiegel dazu benutzen würde, mir den Aufkleber mit der Pfote wieder gezielt abzumachen, dann wäre das der Beweis dafür, dass ich ein eigenes Ich-Bewusstsein hätte. Das hat zwar nicht direkt etwas mit Quantenphysik zu tun, aber es ist mindestens genauso paradox. Ich bin mir meiner nämlich sehr wohl bewusst und ich sorge auch dafür, dass alle anderen sich meiner immer bewusst sind. Zum Beispiel wenn ich Gassi gehen will, dann kann ich ganz schön penetrant werden, solange, bis ich meinen Willen durchgesetzt habe und sich auch jeder darüber bewusst ist, dass ich nicht eher Ruhe gebe bis ich Gassi war! Und wenn ich sonst mal das Gefühl habe, ich bekomme zu wenig Beachtung, dann pupse ich und dann ist sich auch gleich wieder jeder meiner bewusst. Oder wenn ich Hunger habe, dann trete ich mit meinen Vorderpfoten einfach in meinen Futternapf. Ich habe nämlich herausgefunden, dass der Napf unkaputtbar ist, man dafür aber jede Menge Lärm damit erzeugen kann. Und überhaupt — was das angeht, so kann ich mich auch bei Frauchen viel besser ins Bewusstsein rufen als Herrchen. Also wer hat hier kein Ich-Bewusstsein!?

Osel EinsteinUnd wer hätte gedacht, dass ich durch mein plötzlich aufkeimendes Interesse an der Quantenphysik schließlich auch noch einen Urahnen von mir finde! Jedenfalls bin ich neulich bei der Recherche über die Q-Physik im Internet auf ein Foto von so einem alten Knacker mit wüst abstehenden, schlohweißen Haaren und imposantem Schnauzbart gestoßen. Außerdem hatte er auf dem Foto die Zunge herausgestreckt — so wie ich das manchmal auch tue, nur das meine Zunge noch viiiiiiiiiel länger ist! Aber auch seine wüst abstehenden Haare und der Bart — wenn mein Frauchen mir nicht regelmäßig meine Mähne immer wieder zu einem Bubikopf schneiden würde, sähe ich genauso aus! Die Ähnlichkeit zwischen mir und diesem Mann war auf jeden Fall sehr frappant und da über meine Herkunft wenig bekannt ist, dachte ich: Was also, wenn ich nun doch nicht von einem Tasmanischen Teufel und einem Eisbären abstamme, so wie Frauchen vermutet. Der Typ da im Internet ist zwar schon lange tot, aber da stand auch, dass er ein Genie war und ganz viel über Quantenphysik wusste — so wie ich jetzt auch. Und ein Genie bin ich ebenfalls, mein Frauchen nennt mich jedenfalls sehr oft einen schlimmen Schlingel. Dieser Mann mit der langen Zunge hat sich auch ausgiebig mit den verschiedenen Dimensionen auseinandergesetzt und ich war zugegebenermaßen ein wenig überrascht, als ich dann las, dass dieser Albert Einstein die Theorie aufgestellt hat, es gäbe sogar noch eine vierte Dimension und dass dies wahrscheinlich die Zeit wäre.

Also habe ich wieder an den Kühlschrank gedacht und an die Hand mit dem Käse. Wenn Zeit nun also die vierte Dimension ist, heißt das doch, dass ich mich nur lange genug vor den Kühlschrank setzen muss, bis im Spiegeluniversum wieder die Hand mit dem Käse auftaucht. Gesagt, getan! Und während ich so vor dem Kühlschrank hockte und ins leere Spiegeluniversum blickte, habe ich angefangen über Zeitreisen nachzudenken. Und dann ist es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen gefallen und ich wusste, wie Zeitreisen funktioniert! Demnächst werde ich es mal selbst ausprobieren und dann zum ersten Zeitreisenden werden! Dazu muss ich mir aber zuerst einmal eine Zugfahrkarte besorgen und da kommt dann erst einmal noch eine unbekannte Variable, in Form meiner Freundin Shakira, ins Spiel. Wenn ich aber erst einmal im Zug bin, kann ich auch Zeitreisen. Das geht ganz einfach: Wenn der Zug fährt und ich in dieselbe Richtung laufe wie der Zug fährt, dann reise ich in der Zeit vorwärts, weil ich immer schneller am Ziel ankommen werde als alle anderen, die nicht in Fahrtrichtung  laufen. Und wenn ich in die entgegengesetzte Richtung laufe, dann reise ich automatisch in der Zeit zurück und alles was ich kurz zuvor draußen gesehen habe, sehe ich noch einmal. Ich habe dann versucht das alles Shakira zu erklären, weil sie groß genug ist um an den Fahrkartenschalter heranzukommen, aber sie hatte wie immer nur Käse im Kopf. Shakira interessierte nur, wenn sie im Zug in der Zeit zurückreisen würde, ob sie den Käse, den sie vorher gegessen hätte, dann wieder und wieder essen könnte — Weiber!

P.S. – Nachtrag! Gestern Abend als ich Frauchens Soja-Jogurt-Becher ausleckten durfte, ist mir auch noch was zur Lichtgeschwindigkeit und zur Relativitätstheorie eingefallen: Lichtgeschwindigkeit ist, wenn ich 10-mal in der Sekunde mit meiner Zunge durch den Jogurt-Becher fege! Die Theorie des Relativen hingegen liegt in der Sichtweise des Betrachters: Ein Jogurt-Becher, der für mein Frauchen schon leer ist, ist für mich immer noch relativ voll! In diesem Sinne – euer Øsel und tut nichts, was ich nicht auch tun würde!!

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Titelfoto: Øsel, Copyright by Kristine Weitzels
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