Tot im Paradies: Meinung und Fragen eines Lesers

Einer meiner Klienten hat mein neues Buch gelesen und mir folgendes dazu geschrieben (meine Anmerkungen zu seinem Bericht stehen immer hinter dem →

…in der Zwischenzeit bin ich 2 Wochen durch XXXXX gereist, wobei mich Ihr Roman begleitet hat. Ich habe immer wieder darin gelesen, sei das nun im botanischen Garten in XXXXX oder beim Tempel in XXXXX oder in einem Café gewesen. Mittlerweile bin ich in XXXXX und blicke auf Flörs alte Bekannte, das Mittelmeer. Mein Lieblingsplatz auf der Hängematte erinnert wirklich sehr an Flörs Paradies, selbst einen Gecko habe ich (in der Küche). Aber ich bin nicht tot (im Paradies)! Woran ich das merke? Hätte ich diesen Ort geschaffen, wäre das Meer noch einen Tick blauer, gäbe es ringsum keine weiteren Inseln sondern nur Blau. Außerdem kommt keine Gesellschaft, wenn ich sie mir wünsche und niemand der mir Antworten gibt – und nicht zuletzt wäre das WiFi stabiler 😉

→ Tja, wer weiß. Vielleicht sind das ja tatsächlich die Vorzüge, wenn man tot im Paradies ist – dass man sich alles exakt so gestalten/wünschen kann, wie man es möchte und nicht nur annähernd oder mit Kompromissen. Eine schöne Vorstellung, wie ich persönlich finde und v.a.D. könnte man es sich dort wünschen ohne eigennützig oder egoistisch zu sein. Man würde weder eine Umwelt zerstören, noch andere für den eigenen Luxus ausbeuten. Wie in Flörs Vorstellung die Jungfrauen aus dem Paradies der Moslems würden diese „Personen“ nur aus Molekülen bestehen, aber ohne Seelenenergie.

Im Buch finde ich Ihre Verwendung von „paradox“ inflationär.

→ War auch so beabsichtigt.

Ihr „Konzept“ vom menschlichen Körper welcher der Seele als „Wirt“ dient, stimmt für mich vom Gefühl her nicht. Aber dies ist eben wohl meine Vorstellung.

→ Ja, weil es unseren Körper aus Fleisch und Blut degradiert. Das geht mir auch so.

Verstand/Geist: Ich glaube – und ich finde das sehr interessant – dass das was Sie da beschreiben ungefähr dem entspricht was (engl.) Medien unter «mind» verstehen – was weit mehr wie der Verstand ist.

→ Erläuterung: In Tot im Paradies hört Flör anfänglich selten auf ihren Verstand, weil sie es während ihrer Inkarnation auch eher selten tat – sie war ein Bauchmensch. Doch dann entpuppt sich ausgerechnet ihr vermeintlicher Verstand als ihr Geist — der sich während ihren Inkarnationen immer über ihr Bauchgefühl bemerkbar machte. Es geht um die Unterscheidung zw. menschlichem Verstand, geprägt von Genetik und Erziehung und seelischem Verstand (Geist) – der durch die Erfahrungen seiner Seele, während diese inkarniert ist, aber ebenfalls mitgeprägt wird. Und im Buch ist es auch der Geist der so etwas wie Geistführer hat, die ihm helfen und unterstützen, sodass der Geist seine Seele gut betreuen kann. Denn stirbt die Seele, stirbt auch ihr Geist.

Ich hätte ein Fachbuch zum Thema vorgezogen, weil ich mich so ständig frage: Ist das jetzt echt oder Fiktion? Finde den Roman insgesamt aber sehr unterhaltend.

→ Echt oder Fiktion: Das weiß doch niemand. Niemand hat Beweise dafür, was nach dem Tod mit uns geschieht – auch die Kirchen/Religionen nicht oder bestimmte Reinkarnationsforscher und Reinkarnationstherapeuten. – Auch wenn alle diese Gruppierungen oder Personen eine sehr strikte Vorstellung davon haben, was nach dem Tod (mit uns) geschieht, so handelt es sich doch immer nur um Theorien, unabhängig davon, wie viele Menschen nun an die eine oder andere Theorie glauben. Und genau das war ja auch mein Anliegen mit dem Buch: So viele Kriege werden nur deshalb geführt, weil jeder dem anderen seinen Glauben aufzwingen will. Was aber, wenn jeder nach dem Tod das bekommt, was er selbst für möglich hält, woran er glaubt oder was er sich wünscht?

In Ihrem Buch beherbergt Olim eine Hybridseele: Haben Sie Erfahrung aus Sitzungen mit Hybridseelen? Kennen Sie das Buch „Keepers of the garden“ von Dolores Cannon?

→ Ja, Erfahrung habe ich und ich halte es von der Logik her auch durchaus für möglich, dass wir – oder zumindest einige von uns – auch schon einmal auf anderen Welten/Planeten inkarnierten. Das Buch kenne ich nicht. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die Klienten die schon vor der Rückführung behaupten, sie seien sich absolut sicher eine Hybridseele zu sein, oft eine Pseudo-Rückführung erleben. In der Regel sind dies dann nämlich auch Menschen die unangepasst sind und sich in ihrem Leben nicht zurecht finden – allerdings dazu tendieren dafür immer nur den anderen die Schuld zu geben. Eine Hybridseele zu beherbergen ist für sie die perfekte Erklärung dafür, warum sie Außenseiter sind (weil sie nicht hierher gehören und hier nur inkarnieren, weil ihr Heimatplanet bspw. vernichtet wurde). Aber selbst wenn dem so wäre, hilft ihnen das nicht bei der Bewältigung ihres eigentlichen Problems, es bestärkt sie nur darin, künftig noch unangepasster zu sein. Darum tendiere ich auch immer eher dazu, diesen Personen keine Termine für eine Rückführung zu geben.

Höheres Selbst: Mir ist in Ihren Büchern aufgefallen, dass ein paar Mal die Bemerkung fiel, das sei „Nur das Höhere Selbst gewesen und nicht der Geistführer“?! Mich stört das „nur“ und ich frage mich, was dabei unter „Höheres Selbst“ verstanden wird. Verwenden Sie den Begriff Höheres Selbst (noch) und wenn ja, was ist es für Sie? Kann man in einer LBL das Höhere Selbst befragen?

→ Ganz schwierig zu beantworten! In der Regel verwende ich den Begriff nur dann, wenn er für meinen Klienten eine Rolle spielt und er eine konkrete Vorstellung hat, was der Begriff für ihn bedeutet. Oftmals sind das sehr selbständige oder selbstbewusste Menschen, die sich nicht vorstellen können einen geistigen Führer zu haben, weil sie gewohnt sind, alles selbst zu regeln! Mir ist es egal, ob der Klient das was ihn inspiriert, ihm Halt, Nähe, Zuversicht, Vertrauen oder schlichtweg Ratschläge erteilt nun als höheres Selbst, geistigen Führer, Schutzengel oder Pippo den Clown bezeichnet. Ich möchte niemanden zwingen an etwas zu glauben, dass für ihn keinen Sinn ergibt. Mein Anliegen ist es, den freien Geist meiner Klienten zu fördern und so lange sie bei dem an was sie glauben ein gutes Gefühl haben, ist das für mich OK. Ich habe erlebt, wie man bei bestimmten Ausbildungsseminaren für Reinkarnationstherapie und selbst in Seminaren/Ausbildungen wo es um andere psychotherapeutische Methoden ging,  immer wieder versuchte, die Auszubildenden von den eigenen Vorstellungen und Glaubenssätzen zu überzeugen, teilweise sogar mit sehr radikalen Methoden! Ich bin dagegen so ziemlich immun — sehr zum Leidwesen der meisten Ausbildungsleiter. Aber dies alles hat mich nur noch mehr darin bestärkt, die Menschen zu ermuntern sich eigene Gedanken zu machen, statt irgendwelche Überzeugungen von Dritten zu übernehmen, nur um irgendwo dazuzugehören oder vielleicht auch nur aus Bequemlichkeit heraus. Ich bin in erster Linie Trauma-Therapeutin und habe gelernt, dass wir alle aus verschiedenen Persönlichkeitsanteilen bestehen. Es gibt starke und schwache Persönlichkeitsanteile, traumatisierte, gesunde, ja sogar größenwahnsinnige oder niederträchtige. Jeder von uns hat sie, nur dass sie nicht in jedem von uns gleichermaßen stark ausgeprägt oder gleichermaßen „groß“ sind — abhängig davon, wie wir erzogen wurden und was uns in unserem Leben alles widerfahren ist. Ich denke, das höhere Selbst ist oftmals ein Persönlichkeitsanteil der unsere Lebenserfahrungen widerspiegelt und der immer dann zum Vorschein kommt, wenn es darum geht, sachlich und objektiv die richtigen Entscheidungen zu treffen: Entscheidungen so wie wir sie auf Grund von vorangegangenen Erfahrungen treffen können. Ob wir diesem Persönlichkeitsanteil dann aber Folge leisten, hängt immer auch damit zusammen, wie groß oder stark er ist. Wohingegen das innere Kind (noch so ein verstörender Begriff) oft den Teil widerspiegelt, der nicht mitgewachsen ist und immer noch glaubt, er sei im Kindergarten oder Grundschulalter. Wir brauchen aber alle diese Persönlichkeitsanteile. Ohne das innere Kind könnten wir uns z.B. nicht mehr wie ein kleines Kind über blödsinnige Sachen freuen — vorausgesetzt das innere Kind ist zumindest einigermaßen gesund. Auch Flör setzt sich in ihrem Paradies ja mir ihren verschiedenen Persönlichkeitsanteilen auseinander und fängt mit der Zeit ja auch an, immer mehr zwischen ihren eigenen seelischen Persönlichkeitsanteilen und denen ihrer letzten Wirtin, von denen sie natürlich auch wieder einiges übernommen hat, zu differenzieren. Im Buch habe ich es ja auch so beschrieben, dass die Persönlichkeit der Seele geprägt wird durch die verschiedenen Inkarnationen — wodurch dann auch immer ein Stück des jeweiligen Menschen, in dem die Seele einst inkarniert war, weiterlebt. Aber natürlich ist auch das bloß eine Theorie, für mich jedoch die logischste.  Dass ich das alles in einem Unterhaltungsroman verpackt habe, hat letztendlich aber nichts damit zu tun, dass das Buch trotzdem auch ein ernstzunehmendes Thema behandelt, über das es sich nachzudenken lohnt…

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