Was bitteschön ist Quinoa oder gepopptes Amaranth?!

Über die Kunst sich gesund zu ernähren (oder was bitteschön ist Quinoa oder gepopptes Amaranth?!)

rat with cheeseGesunde Ernährung fängt für mich beim Einkaufen der Lebensmittel an und hört bei der Zubereitung auf. Nun möchte ich gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass ich mich weder ausschließlich vegetarisch und schon gar nicht vegan ernähre. Ich könnte nie im Leben auf meinen heißgeliebten Käse verzichten, schon von daher käme vegan für mich nie in Frage. Aber ich versuche bewusst einzukaufen, vor allen Dingen, wenn es um Fleisch, Fisch oder Huhn geht. Wir, das heißt mein Lebensgefährt und ich, essen jedoch auch sehr gerne Obst und Gemüse und ich denke immer noch sehnsüchtig an die Jahre, die ich in Spanien lebte – so leckeres Gemüse und so frisches Obst ist, zumindest hier wo wir wohnen, einfach nicht zu finden!

Sowieso sind die herkömmlichen Supermärkte in Deutschland überhaupt nicht mit denen in Spanien, Frankreich oder Italien zu vergleichen, wo viel mehr Wert auf Qualität und Frische gelegt wird. Dies hängt natürlich hauptsächlich damit zusammen, dass die Südländer generell bereit sind mehr für hochwertige Lebensmittel zu bezahlen, als wir Deutschen. Gutes Essen (und Trinken) gehört dort zur Kultur und zum Lebensgenuss. Was mich betrifft, so kaufe ich fast ausschließlich alle Lebensmittel in Holland. Ansonsten bliebe mir nur der kleine Dorfsupermarkt, der höchsten dazu geeignet ist, mal etwas für zwischendurch zu besorgen — obwohl ich sagen muss, dass der Bäcker dort das beste Vollkorn-Dinkelbrot bäckt, dass ich bislang gegessen habe! Alternativ dazu gibt es hier natürlich noch die typischen Diskounter und da gibt es auch nur einen, den ich ab und zu aufsuche und dass auch nur zu Weihnachten — wegen der legendären Baumstämme aus Schokolade, Nugat und Marzipan.

Doch mal ganz abgesehen vom Besorgen wirklich guter und auch ökologisch vertretbarer Lebensmittel, kommt in meinem Fall erschwerend hinzu, dass ich nicht wirklich kochen kann. Ich bewundere ehrlich gesagt immer die Leute, die für vier Personen eine Drei-Gänge-Menü zaubern und es schaffen alles warm zu servieren und obendrein noch die Zeit finden, mit den Gästen zusammen am Tisch zu sitzen. Ich jedenfalls habe damit erhebliche Schwierigkeiten.

cooking girlTrotz meiner kläglichen Kochkünste bin ich jedoch so vermessen gewesen, eine Bekannte und ihren Lebensgefährten zum Essen einzuladen — wohlwissentlich, dass sie Veganerin ist und obendrein sehr gut kochen kann, immerhin gibt sie Kochkurse für veganes Essen!! Zum Glück hatten wir das Essen schon ziemlich lange im Voraus geplant und meine Bekannte bot mir auch an, beim Kochen zu helfen. Aber man hat ja schließlich seinen Stolz und so lehnte ich ihr Angebot mir zu helfen ab. Drei Wochen vor dem geplanten Dinner wusste ich immer noch nicht, was ich kochen sollte und aus lauter Verzweiflung fragte ich schließlich meinen Frisör.

Och, antwortete dieser und empfahl mir das vegane Kochbuch eines Newcomers auf diesem Gebiet. Dabei schwärmte mein Frisör so sehr von selbstgemachter Pasta aus Zucchini und Gemüseaufläufen mit Mandelmus, dass ich mir das Kochbuch gleich am nächsten Tag bestellte. Das Erste, was mir dabei auffiel, dass „Vegan“ Hip zu sein scheint. Besagtes Kochbuch ist nämlich ein Bestseller und es ist auch nicht das erste Kochbuch des Autors. Von Pfannkuchen über Gemüselasagne, bis hin zum Kaffee-Schokoladencreme-Törtchen, verfügte das Kochbuch über alles was ich zur Zusammenstellung eines Menüs benötigte. Allerdings hätte ich mir nie im Leben zugetraut, die Rezepte am besagten Abend einfach so zuzubereiten, ohne nicht wenigstens alles vorher einmal durchexerziert zu haben. Und da bis zur D-Night ja auch noch etwas Zeit war, fing ich an, ein paar Rezepte auszuprobieren.

question-mark blog 10Damit tauchte auch gleich das nächste Problem auf, denn viele der Zutaten würde ich nur in einem Bioladen finden können. Die nächsten Bioläden sind in Wesel und Bocholt, was beides nicht gerade um die Ecke liegt. Beide Läden sind mir jedoch bekannt, weil ich dort hin und wieder etwas einkaufe, meist jedoch Dinge, die ich zum Kuchenbacken benötige. Nun hatte ich allerdings eine richtige Einkaufsliste — und noch ein Problem. Was bitteschön ist Quinoa, gepopptes Amaranth oder Agar-Agar und warum steht die Hafermilch nicht bei der Soja- und Kuhmilch und das Johannisbrotkernmehl nicht bei den anderen Mehlsorten? Und wo finde ich Hefeflocken? Zum Glück sind die Angestellten in diesen Bioläden sehr nett und hilfsbereit, auch wenn meine Unwissenheit beschmunzelt wurde.

Dann fing ich an zu kochen. Dabei nahm ich das mit den Zeitangaben, für die jeweilige Zubereitung, wohl etwas zu genau. Jedenfalls benötigte ich locker die doppelte Zeit! Trotzdem, das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen und schmecken lassen. Natürlich wollte ich auch die legendäre Zucchinipasta ausprobieren, wozu ich mir eigens einen Zucchini-Spiralschneider anschaffte. Anscheinend sind diese Dinger jedoch noch nicht wirklich bekannt, jedenfalls nicht beim Personal eines großen Kaufhauses. Aber immerhin hatte ich bis vor kurzem ja auch noch nie von Zucchinipasta, geschweige denn einem Zucchini-Spiralschneider gehört. Und was das Personal in Kaufhäusern angeht, so habe ich mir dort eh angewöhnt, immer auch selbst zu schauen, weil Kommentare wie,  „das haben wir nicht“ oder „so etwas führen wir nicht“ nur selten den Tatsachen entsprechen — so auch in diesem Fall. Betreffender Verkäufer schaute dann auch ganz verdutzt, als ich mit dem Spiralschneider zur Kasse kam und meinte, er habe sich immer gefragt, wozu diese Dinger gut seien… .

Mittlerweile habe ich fast alles aus dem Kochbuch nachgekocht. Das mit den Zeitangaben für die Zubereitung bekomme ich zwar immer noch nicht hin und selbst wenn ich ranklotze, brauche ich immer noch wesentlich länger, doch auch die Einladung zum Essen verlief ohne größere Komplikationen. …Den Hauptgang gab es gegen 22.00 Uhr. Wobei — in Spanien ist das genau die Zeit, zu der die Restaurants am vollsten sind! Es gab ein Vorgericht aus Tofu, roter Beete und Guacamole-Mus, als Hauptgericht servierte ich mit Mandelmus überbackene Auberginen, gefüllt mit getrockneten Tomaten und Chilibohnen und als Nachtisch das schon erwähnte Kaffee-Schokoladencreme-Törtchen, wobei die Creme aus Tofu hergestellt wird.

veggie mealIch finde vegane Rezepte wirklich gut, vor allen Dingen die Dips, und bis auf einmal, wo ich für die Pfannkuchen Quinoa statt gepopptes Amaranth verwendete, ist auch noch nichts wirklich schief gegangen. Für mich ist ein veganes Kochbuch zudem ideal, weil es sehr viele Rezepte zum Zubereiten von Gemüse beinhaltet und ich liebe Gemüse. Allerdings finde ich, dass bspw. die Zucchinipasta mit Tomatensoße am besten schmecken, wenn man sie zusammen mit frischen Gambas serviert und die gefüllten Auberginen passen perfekt zu einem Stück Huhn. Hin und wieder gibt es auch bei uns vegetarisches Essen, dann wird das Mandelmus durch Käse ersetzt und das vegane Kaffee-Schokoladencreme-Törtchen ist einfach nur lecker, selbst ohne Schlagsahne!

Und was mich betrifft, kochen wird wohl weiterhin nicht zu meinen besten Eigenschaften zählen, aber ich habe jede Menge dazu gelernt und ich weiß jetzt selbst im Bioladen so exotische Dinge wie Kakaobutter zu finden.

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Titelfoto: Copyright by Kristine Weitzels
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